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Neue Kirchengemeinde 2015

Im Jahr 2015 entsteht aus den bisherigen Seelsorgeeinheiten Mitte-Süd, West-Nord sowie St. Konrad-Heilig Kreuz eine neue Kirchengemeinde. Informieren Sie sich hier über den Weg dahin.

 

Geschichte der Ökuemene in der Südstadt

„Die Zukunft der Kirche ist ökumenisch – oder gar nicht.“ Dieses Zitat stammt aus einem Bericht als Fazit der Tagung des „Zweiten Ökumenischen Frauenkongresses in Baden-Württemberg“ (Oktober 2007).

Ökumene – in der Südstadt kein Fremdwort, sondern Realität!?

Dazu werfen wir zunächst einmal einen Blick in die Geschichte. 1892 wurde die katholische Liebfrauenkirche feierlich geweiht. Schon damals gab es ein schönes Zeichen der Ökumene:  Die Glocken der evangelischen Johanniskirche, die wenige Jahre zuvor im April 1889 eingeweiht wurde, läuteten. Als die Liebfrauenkirche 1944 den Bomben zum Opfer fiel, durfte die Pfarrei Gast in der Johanniskirche sein, bis auch diese vier Monate später zerstört wurde. In den fünfziger Jahren stellte der evangelische Dekan Köhnlein bei einer Veranstaltung fest: „Die Karlsruher Südstadt ist, was Ökumene betrifft, den anderen immer eine Nasenlänge voraus.“

Brief1958Sdstadtkl.jpgSo gaben die drei Südstadtpfarrer (Hodapp, Schweikhart und Streitenberg) im März 1958 einen gemeinsamen Brief heraus, der an alle Südstädter verteilt wurde. In ihm ging es um den Sonntag und den Besuch der Gottesdienste. Dieser Brief fand über die Stadt hinaus in den Medien Beachtung. Die BNN sprachen von „einem originellen Flugblatt“. In einer überregionalen Zeitung stand zu lesen: „Ein Versuch, der neuartig und gerade deshalb besonderer Beachtung wert ist.“

Die gleichen drei Pfarrer erklärten in der zweiten Ausgabe des RUDI – 01.12.1960 – gemeinsam: Wir begrüßen es, dass die Bürgergesellschaft die „Zusammengehörigkeit der Bewohner unseres Stadtteils“ pflegt. Seit 1967 ist nachzuweisen, dass die evangelischen Gemeinden die Pfarrangehörigen von Unserer Lieben Frau zu ihrem Basar einluden. 1971 begann in der Südstadt eine Tradition, die bis 2002 aufrechterhalten werden konnte: die Ökumenische Bibelwoche. Zu bemerken ist, dass es dabei bis 1988 einen „Ökumenischen Kanzeltausch“ gab!

Als 1974 die Kirche Unserer Lieben Frau renoviert wurde, war es eine Selbstverständlichkeit, dass sonntags die katholische Gemeinde ihre Gottesdienste im evangelischen Gemeindehaus, ja teilweise sogar in der Johanniskirche feiern konnte. Aus Dankbarkeit überreichte Pfarrer Wichert das Glasfenster „Abrahams Glaube“ aus dem neuen Chorfenster der Liebfrauenkirche. Es hängt heute in der Johanniskirche.

Über Jahrzehnte waren die katholischen Senioren beim „Altenkaffee“ Gast in der Luisenstraße. Seit 1984 gibt es den „Ökumenischen Weihnachtsgruß“.  An Ökumenische Gottesdienste soll erinnert werden: Mitte der achtziger Jahre monatlich sonntags abwechselnd in beiden Kirchen – während der Südstadt-Bürgerfeste – als Baustellengottesdienste in der Südstadt-Ost... Ökumenische Gebetskreise, ein ökumenisches Adventskonzert (1977), die ökumenischen Kinderbibeltage, das ökumenische Hausgebet im Advent, der ökumenische Weltgebetstag der Frauen, die ökumenische Zusammenarbeit beim Essen für Menschen in schwierigen Lebenslagen, die Einladung an „ULFer“ zur Werkstatt für die Zukunft, eine Baumkollekte der evangelischen Gemeinde (1998) für Bäume vor der Kirche Unserer Lieben Frau...

Eine Fülle von gemeinsamen Aktionen, die es gab oder auch noch gibt. Von Kardinal König stammt der Satz: „Die Ökumene braucht dreierlei: die geduldige Arbeit der Theologen, das Vorwärtsdrängen der Basis und schließlich die große Vision“. Somit kann man feststellen: „Die Basis Südstadt“ drängt vorwärts. Wenn auch jede Zeit ihre eigenen Formen hat, wenn auch viele Aktionen mangels Teilnehmer oder mangels Aktiver eingestellt werden mussten, die Südstadt kann sich ökumenisch sehen lassen.