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Neue Kirchengemeinde 2015

Im Jahr 2015 entsteht aus den bisherigen Seelsorgeeinheiten Mitte-Süd, West-Nord sowie St. Konrad-Heilig Kreuz eine neue Kirchengemeinde. Informieren Sie sich hier über den Weg dahin.

 

Eine Woche Assisi

In den Herbstferien fuhr eine Gruppe von zehn Firmandinnen und drei Betreuern für eine Woche nach Assisi. Anna Faber berichtet von ihren Erlebnissen von dieser Fahrt.

Weiteres Bild der Assisi-Fahrt der Firmanden 2011. „Hammer, ihr fahrt nach Assisi!“ „Bring mir ein Kreuz mit!“ „Ihr macht bestimmt auch die Mörderwanderung!“ hieß es, als wir uns entschlossen hatten, unsere Firmvorbereitung mit einer Woche in den Herbstferien in Assisi zu ergänzen.

Wir, das sind zehn junge Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Begleitet wird unsere kleine Gruppe von Christian, der uns schon die ganze Firmvorbereitung lang zur Seite stand, Annette, mit der wir ebenfalls schon bei den unzähligen Firmtreffen Bekanntschaft gemacht haben, und Markus, unserem Diakon, der die ganze Woche lang unsere Lachmuskeln nicht verschonen wird.
Wir Dreizehn haben uns also entschlossen, das Abenteuer Assisi in Angriff zu nehmen.

Wagemutig wie wir sind, stellen wir uns schon gleich am Samstag der ersten Herausforderung: Wir müssen uns um 6.35 Uhr am Hauptbahnhof Karlsruhe treffen, eine abenteuerliche Zeit. Noch müde und verschlafen sehen wir nicht gerade begeistert 14 Stunden Zugfahrt vor uns liegen.
Doch die Stimmung bessert sich dank Markus´ glänzendem Humor und einer Stunde Aufenthalt in Florenz, die wir geschwind nutzen, um zum Florentiner Dom zu sprinten und in der herrlichen, italienischen Sonne ein Eis zu essen.
Weiter geht es mit einem Bummelzug, der uns von Florenz ans das ersehnte Ziel bringt, Assisi.

Müde und geschafft, aber fasziniert von der Schönheit des nächtlichen Assisi, das wir vom Tal aus am Hang liegen sehen können, steigen wir in den Bus, um schließlich am „Casa della Pace“ (Haus des Friedens) anzukommen.

Drittes Bild der Assisi-Fahrt. Die Schwestern begrüßen uns ganz ...... Es sind vier Frauen unterschiedlichsten Alters, die uns alle in ihrer herzlichen Art willkommen heißen.
Gestärkt von einer Tortellinisuppe fallen wir alle todmüde ins Bett.

Der Sonntagmorgen bringt eine Überraschung mit sich. Ausschlafen ist angesagt, denn wir dürfen bis 7.30 Uhr in den Betten bleiben. Eine Seltenheit, die uns im Laufe der Woche nicht mehr so oft unterkommen wird.
Belohnt für unser heldenhaftes Aufstehen werden wir spätestens beim Frühstück. Frisches Brot vom Bäcker und hausgemachte Feigenmarmelade stehen auf dem Programm.

Ermutigt durch die warme Sonne brechen wir auf zu unserem ersten gemeinsamen Gottesdienst in Assisi. In der alten Bischofskirche erleben wir unsere erste italienische Messe, singen Lieder, deren Bedeutung uns teilweise schleierhaft ist. Aber durch die vielen Lieder ist die Atmosphäre in der Kirche einfach ungreifbar schön.

Als wir zurückkommen steht auch schon das Mittagessen auf dem Tisch. Heute, wie auch die ganze Woche, wird das Essen immer hervorragend schmecken.
Nach dem Mahl, das immer in zwei Gebete eingebunden ist, die jede Mahlzeit von jemand anderem aus der Gruppe gebetet werden, genießen wir unsere ersten freien zwei Stunden.

Das Programm setzt sich am Nachmittag fort. Schwester Anke zeigt uns im ersten Teil der Stadtführung die Wirkungsstätten des Heiligen Franziskus und erzählt uns kleine Legenden aus seinem Leben. Wir können das Amphitheater, den Römertunnel und St. Rufino, die neue Bischofskirche, bestaunen.

Danach dürfen wir zum ersten Mal die Stadt alleine unsicher machen. Es werden die ersten Kreuze und Tau-Zeichen gekauft, das Symbol, welches Franziskus als Ausdruck für den heiligen Willen Gottes für sich verwendete. Auch vor Bäckereien und Souvenirläden machen wir nicht halt.

Nach unserer Rückkehr ins „Casa della Pace“ beenden wir den Tag mit einer Vesper in der Hauskapelle. Von den Schwestern bekommen wir ein Tagebuch geschenkt, in das wir in der ganzen Woche unsere Erfahrungen, Gedanken und Gefühle verewigen können.
Nach dem Abendessen fallen einige ins Bett, andere spielen noch Karten.

Montag: Aufstehen 6.00 Uhr, Treffpunkt 6.30 Uhr an der Haustür. So steht es auf dem Wochenplan. Bevor wir loslaufen, hören wir noch das Tagesevangelium. Danach laufen wir gemeinsam – schweigend - nach St. Damiano, einem kleinen Kloster etwas weiter den Berg hinunter. Es liegt inmitten von Olivenhainen. Heute bewohnen es Franziskanerbrüder, im 12. Jahrhundert war es die Wirkstätte der heiligen Clara und des heiligen Franziskus.
In der kleinen Kapelle werden wir eins mit der Gemeinde der Brüder, beten die Laudes und feiern Gottesdienst, alles auf italienisch, versteht sich.

In den Herbstferien 2011 fuhren zehn Firmandinnen und drei Betreuer für eine Woche nach Assisi. Danach geht es zurück ins Haus. „Es muss erst gearbeitet werden, bevor wir was zu essen bekommen.“ Dieser Satz beschreibt treffend diesen und alle folgenden Morgenstunden in dieser Woche.
Nach dem Frühstück müssen wir uns an Hausarbeiten beteiligen. Wir werden in verschiedene Gruppen eingeteilt, die in der Küche, im Garten und im Haus mitarbeiten.

Nach dem Mittagessen und der Pause treffen wir uns in der Stadt, an der Kirche St. Chiara, um mit dem zweiten Teil der Stadtführung zu beginnen.
Wir besuchen verschiedene alte Gebäude, in denen Franziskus´ Familie gelebt haben könnte, sowie das Grab der heiligen Clara und das Kreuz, welches zum heiligen Franz gesprochen haben soll.
Die Vesper feiern wir an diesem Tag in St. Damiano. Die kleine Kapelle ist so überfüllt, dass wir auf dem Boden sitzen müssen. Die Atmosphäre ist gigantisch, es ist einfach großartig mit so vielen Menschen auf so wenig Raum Gottes Wort zu feiern. Beim Singen der Lieder füllt sich die Kapelle mit dem Gesang hunderter Menschen. Es ist ein für mich unbeschreibbares Gefühl.

Wieder im Haus angekommen, gibt es Abendessen und der Tag wird mit einem Abendimpuls beendet. Die Impulse haben mir immer gut gefallen, da man Zeit fand, alleine für sich seine Erfahrungen zu verarbeiten und im Tagebuch niederzuschreiben.

Die folgenden Tage verlaufen ähnlich:
Der Dienstag bringt eine vierstündige Wanderung mit sich, die uns nach Carceri, der Einsiedelei des heiligen Franziskus und auf den Berg dahinter führt. Vom Gipfelkreuz aus sehen wir hinab aufs Tal und auf Assisi.
Am Mittwoch pilgern wir während einer „Miniwallfahrt“ nach Portiuncula, einer riesigen Kirche, die im Inneren noch die kleine Kapelle beinhaltet, die Franziskus eigenhändig aufbaute.
Am Donnerstag besuchen wir das Kloster St. Damiano außerhalb der Gebetszeiten. Wir erkunden Claras Wirkstätte und bekommen Geschichten aus ihrem Leben erzählt. Anschließend genießen wir die Vesper in der kleinen Kapelle von St. Damiano.

Unseren vorletzten Tag verbringen wir nach der Laudes und dem Frühstück in St. Francesco, der dreistöckigen Grabeskirche des heiligen Franziskus. Bruder Thomas führt uns durch die komplett ausgemalten Hallen, erklärt uns die einzelnen Bilder und Fresken an den Wänden und berichtet uns von Franziskus´ Leben.
Der Nachmittag wird mit Aufräumen und Putzen verbracht. Anschließend gehen wir noch einmal in die Stadt, um uns von ihr zu verabschieden.
Die Woche schließen wir ab, indem wir uns unsere Erfahrungen gegenseitig schildern, Ideen und Anregungen austauschen.

Im Rückblick kann ich nur sagen, dass ich überwältigt war von der schönen Woche, von der tollen Atmosphäre, die dieser Ort ausstrahlte, mit den netten Menschen, mit denen ich zusammen sein durfte und die ich dort getroffen habe.
Assisi ist auf jeden Fall einer der geheimnisvollsten und wunderbarsten Orte, die ich je besucht habe.

Danke auch an die vier Schwestern, die uns die Woche über so liebevoll betreut haben und an die Begleiter, die uns immer wieder unterstützt und aufgemuntert haben.

 

Wenn Sie auf eines der Bilder klicken, sehen Sie noch weitere Fotos dieser Fahrt.