Geschichte
Unsere Liebe Frau
Als zweite katholische Kirche der Stadt Karlsruhe wurde für die Bewohner der "Bahnhofsvorstadt" nach langen schwierigen Verhandlungen die Liebfrauenkirche in den Jahren 1890 und 1891 erbaut. Zur Einweihung läuteten damals die Glocken der evangelischen Johanniskirche. Die Kosten für den Bauplatz übernahm der Bonifatiusverein. Die Kosten für den Innenausbau wurde von Pfarrangehörigen selbst aufgebracht; dazu gründete man 1891 den Kirchenbauverein.
Am Samstag vor Pfingsten 1944 wurde die Kirche bei einem Fliegerangriff zum großen Teil zerstört. Von da an waren die Gottesdienste in der Kapelle des Josefshauses und in der evangelischen Johanniskirche. Doch auch das Josefshaus und die Johanniskirche fielen den Bomben zum Opfer. Jetzt stand nur noch die kleine Kapelle des Bernhardushauses für Gottesdienste in der Südstadt zur Verfügung.
Nach dem Krieg diente der Walhallasaal in der Augartenstraße als Notkirche, bis nach vielen Schwierigkeiten in den Jahren 1948 bis 1950 unsere Kirche wieder aufgebaut war. Der erste Gottesdienst konnte nach der Fertigstellung des Kirchenschiffes an Weihnachten 1949 gefeiert werden.
1959 wurde die neue Orgel und 1962 wurden fünf neue Glocken geweiht; damit war der Wiederaufbau der Kirche beendet. Eine gründliche Renovierung, verbunden mit einer Umgestaltung des Chorraumes, wurde 1974 durchgeführt. Aus diesem Jahr stammt auch das große Chorfenster von P. Valentin Feuerstein. Eine weitere Innenrenovierung erfolgte in den Jahren 1991 und 1992; dabei wurde die Decke der Kirche durch die Künstler Peter Valentin und Christoph Feuerstein ausgemalt. In den folgenden Jahren konnten einige Kunstwerke aus der früheren Zeit unserer Pfarrkirche restauriert werden und wieder in die Kirche integriert werden (z.B. Herz-Jesu-Altar).
1991 beging die Pfarrei das 100-jährige Jubiläum der Liebfrauenkirche und der Pfarrgemeinde mit Festwochen. Im Juli 1992 durften unsere Liebfrauenkirche und unser Canisiushaus Gastgeber beim 91. Katholikentag in Karlsruhe sein. Im Jahre 2001 beteiligte sich die Gemeinde an der Kunstaktion "Kirchenträume" vom Mai bis September mit einer Installation von 10 Tafeln aus Rohleinen. Im November 2001 konnte das 75-jährige Jubiläum des Gemeindehauses, "Canisiushaus" mit Festwochen gefeiert werden.
Die Gemeinde "Unserer Lieben Frau" war zunächst Kuratie von St. Stephan und wurde 1901 zur selbständigen Pfarrei erhoben. Die meisten Gemeindemitglieder hatte die Pfarrei um 1910: etwa 11.990; im Dezember 2002 betrug die Zahl 4.921. Im Jahre 2005 wurde die Pfarrei zusammen mit der Pfarrgemeinde St. Stephan zur Seelsorgeeinheit "Karlsruhe Mitte Süd" zusammengefasst.
Die Patronin der Kirche ist die Mutter Gottes. Daher war Mariä Himmelfahrt auch das Patroziniumsfest. Um 1940 wurde aber, da der 15. August in die Ferien fällt, an zwei Tagen Patrozinium gefeiert: einmal am 15. August als kirchliche Festliturgie und zum zweiten als äußere Feier am Rosenkranzfest. Seit 1955 begehen wir unser Patrozinium nur am Rosenkranzfest, also am 07. Oktober bzw. am Sonntag davor oder danach.
Unsere Pfarrkirche "Unserer Lieben Frau" befindet sich an der Ecke Augarten- und Marienstraße - Augartenstraße 50.
St. Stephan
Die Pfarrei St. Stephan ist die älteste katholische Pfarrgemeinde in der Stadt Karlsruhe. Seit 1804 besteht sie. Unsere Pfarrkirche wurde 1814 geweiht. Derzeit leben in unserem Pfarreigebiet ca. 4850 Katholiken. Bunt gemischt sind die Nationalitäten, Berufe und sozialen Gruppierungen in der "City-Pfarrei". Wir versuchen, aus dem Geiste Jesu Christi nach dem Grundanliegen des II. Vatikanischen Konzils Gemeinde zu leben. Viele Gruppen, Kreise und Ausschüsse bemühen sich um ein Leben aus dem Glauben. In vielfältiger Weise können so Orte entstehen, an denen Menschen sich begegnen und unser Glaube lebendig in der Gemeinde erfahren werden kann.
Seelsorgeeinheit Karlsruhe Mitte-Süd
Wenn sich zwei Pfarreien zu einer Seelsorgeeinheit zusammen schließen, verlieren sie nicht ihre Selbstständigkeit. Vielmehr geht es um Kooperation. Zusammen gearbeitet wird auf allen wichtigen pastoralen Feldern: Gottesdienste, Öffentlichkeitsarbeit, Eine-Welt-Arbeit. Die Hauptamtlichen sind per Arbeitsvertrag für beide Pfarreien angewiesen und der Pfarrgemeinderat tagt meistens als Gesamt-Pfarrgemeinderat.
Errichtet wurde die Seelsorgeeinheit mit einem Gottesdienst und einem Fest im Stephanssaal am 18. Februar 2006.
Ein Meilenstein in der Zusammenarbeit war die Zukunftskonferenz vom 26. bis 28. Januar 2007. An ihr haben Menschen aus beiden Pfarreien teilgenommen und gemeinsam Visionen und Projekte für die Zukunft erarbeitet.

